Steuersoftware Vergleich
Kostenlose Steuersoftware der Kantone 2026

Kostenlose Steuersoftware der Kantone 2026

6 min
Steuersoftware-Vergleich Team

Bevor Sie CHF 30 bis CHF 100 für eine kommerzielle Steuersoftware ausgeben, lohnt sich eine einfache Frage: Bietet mein Kanton nicht ohnehin ein kostenloses Tool an? Die Antwort ist in den allermeisten Fällen: Ja. Jeder Kanton betreibt ein eigenes E-Government-Angebot für die Steuererklärung, und die meisten davon sind für Privatpersonen komplett gratis. Das Problem: Die Tools heissen unterschiedlich, funktionieren unterschiedlich und werden auf unterschiedlichen Plattformen betrieben. Dieser Überblick bringt Ordnung in das Angebot – kantonsweise, mit Quellenangabe, ohne geratene Details.

Warum es keine einheitliche “Schweizer Gratis-Steuersoftware” gibt

Die Schweiz kennt 26 kantonale Steuerverwaltungen mit jeweils eigener Gesetzgebung, eigenen Formularen und eigener IT-Infrastruktur. Es gibt keine zentrale Bundes-Steuersoftware für die Einkommens- und Vermögenssteuer natürlicher Personen – jeder Kanton entscheidet selbst, welches System er betreibt oder einkauft. Das erklärt, warum ZHprivateTax, TaxMe und eTax nebeneinander existieren, obwohl sie im Kern dieselbe Aufgabe lösen.

Ein gemeinsamer Trend der letzten Jahre: Viele Kantone haben ihre alte Desktop-Software (zum Herunterladen und Installieren) durch reine Online-Lösungen ersetzt, die im Browser laufen und zunehmend über den einheitlichen Bundes-Login AGOV abgesichert sind.

Die wichtigsten kantonalen Lösungen im Detail

Zürich – ZHprivateTax

Der Kanton Zürich hat die frühere Desktop-Software “Private Tax” per Steuerperiode 2025 eingestellt und durch die browserbasierte Lösung ZHprivateTax ersetzt. Der Zugriff erfolgt über den Bundes-Login AGOV mit Zwei-Faktor-Authentisierung, wahlweise per App oder Sicherheitsschlüssel. Belege lassen sich per Drag & Drop hochladen oder mit dem Smartphone fotografieren und direkt einreichen. Die Software ist für Privatpersonen kostenlos.

Bern – TaxMe / TaxMe-Online

Bern setzt auf TaxMe-Online, das die frühere TaxMe-Offline-Software vollständig abgelöst hat. Seit Dezember 2024 ist der einheitliche Behörden-Login AGOV für natürliche Personen zwingend. Wer im Vorjahr bereits online deklariert hat, findet gewisse Angaben – etwa Bankkonten – vorausgefüllt vor. Dokumente lassen sich direkt hochladen oder per Smartphone-Foto übertragen.

Genf – GeTax

Genf bietet seit 2002 die kostenlose Desktop-Anwendung GeTax für die Dateneingabe an sowie parallel dazu eine Online-Deklaration im Espace fiscal (e-démarches), die mit den gleichen Funktionen, Kontrollen und Ausdrucken arbeitet wie die GeTax-Software – mit dem Vorteil, dass die Angaben aus dem Vorjahr vorausgefüllt sind, sofern diese online oder per Upload eingereicht wurden.

Waadt – VaudTax

Der Kanton Waadt hat seine über zwei Jahrzehnte genutzte VaudTax-Software eingestellt: Seit der Steuerperiode 2025 ist ausschliesslich der Online-Dienst VaudTax verfügbar, nutzbar auf Smartphone, Computer oder Tablet, rund um die Uhr. Der Dienst ist für alle Steuerpflichtigen unabhängig von ihrer beruflichen und persönlichen Situation kostenlos.

Basel-Stadt – BalTax Online / eSteuern.BS

Basel-Stadt bietet seine Lösung BalTax Online über das Steuerportal eSteuern.BS an. Seit Juni 2024 erfolgt der Zugang über AGOV. Die Steuererklärung lässt sich vollständig elektronisch ausfüllen und einreichen, eine Unterschrift ist nicht mehr nötig; die Papierform bleibt als Alternative bestehen.

Aargau, St. Gallen, Schwyz und weitere – die eTax-Familie

Eine Reihe von Kantonen betreibt Varianten der gemeinsamen eTax-Plattform, die laut eigener Angabe “komplett kostenlos – ohne versteckte Kosten” ist. Dazu gehören unter anderem eTAX AARGAU (löste 2025 die vorherige Lösung EasyTax ab), eTax.SZ in Schwyz sowie E-Tax SG in St. Gallen. Die Plattform wirbt mit automatischer Übernahme der Vorjahresdaten, digitaler Belegerfassung per App und durchgängig digitaler Einreichung ohne Papierformular.

Weitere Kantone

Auch Kantone wie Tessin, Wallis, Freiburg, Neuenburg, Jura, Graubünden, Thurgau oder Schaffhausen stellen eigene offizielle, kostenlose Portale bereit. Da sich Namen und Zugangswege regelmässig ändern, prüfen Sie die aktuellen Details am besten direkt auf der Website Ihrer kantonalen Steuerverwaltung, bevor Sie mit der Erklärung beginnen.

Übersichtstabelle

KantonLösungZugangKosten
Zürich (ZH)ZHprivateTaxAGOVKostenlos
Bern (BE)TaxMe-OnlineAGOV / BE-LoginKostenlos
Genf (GE)GeTax / e-démarchesKantons-LoginKostenlos
Waadt (VD)VaudTax (online)Kantons-LoginKostenlos
Basel-Stadt (BS)BalTax Online (eSteuern.BS)AGOVKostenlos
Aargau (AG)eTAX AARGAUeTax-PlattformKostenlos
St. Gallen (SG)E-Tax SGeTax-PlattformKostenlos
Schwyz (SZ)eTax.SZeTax-PlattformKostenlos
Weitere KantoneEigenes kantonales PortalJe nach KantonMeist kostenlos

Was die kostenlosen Tools nicht bieten

So verlockend “CHF 0” klingt – die kantonalen Portale sind bewusst schlanker gehalten als kommerzielle Software:

  • Weniger Optimierungshilfe: Automatische Vorschläge für Abzüge, wie sie Steuerbot oder Dr. Tax bewerben, fehlen meist oder sind rudimentär.
  • Nur für den eigenen Kanton: Wer während des Jahres den Kanton wechselt oder in mehreren Kantonen steuerpflichtig ist, muss unter Umständen mit mehreren Systemen jonglieren.
  • Eingeschränkter Support: Der Support beschränkt sich meist auf technische Fragen zum Tool, nicht auf inhaltliche Steuerberatung.
  • Begrenzte Fehlerprüfung bei komplexen Fällen: Bei Liegenschaften, Selbstständigkeit oder internationalen Bezügen bieten die Portale wenig Führung durch komplexe Spezialfälle.

Wann lohnt sich trotzdem eine kommerzielle Lösung?

Wenn Sie mehrere kantonale Systeme parallel nutzen müssen, mehr Führung durch Abzüge wünschen oder eine Desktop-nahe Lösung mit voller Formularkontrolle bevorzugen, lohnt sich ein Blick auf unseren Dr. Tax Test 2026. Für sehr einfache Lohnsteuerfälle bleibt das kostenlose Tool Ihres Kantons aber in der Regel die schnellste und günstigste Option.

Wann lohnt sich ein Treuhänder statt Software?

Bei Immobilienbesitz, Selbstständigkeit, Erbschaften oder grösseren Vermögensverhältnissen kann ein Treuhänder trotz Kosten die bessere Wahl sein – nicht nur wegen der Zeitersparnis, sondern wegen des Haftungs- und Fehlerrisikos bei komplexen Fällen. Details und einen Kostenvergleich finden Sie in unserem Artikel Steuersoftware vs. Treuhänder: Was lohnt sich für wen? sowie in unserem separaten Beitrag zu den Treuhänder-Kosten in der Schweiz.

Häufig gestellte Fragen

Bieten alle Schweizer Kantone eine kostenlose Steuersoftware an?

Praktisch alle 26 Kantone stellen ein offizielles, kostenloses Online-Tool zur Verfügung. Name, Funktionsumfang und Login-Verfahren unterscheiden sich jedoch stark von Kanton zu Kanton.

Brauche ich für die kantonalen Steuertools einen speziellen Login?

Viele Kantone sind in den letzten Jahren auf den einheitlichen Bundes-Login AGOV umgestiegen, darunter Zürich, Bern und Basel-Stadt. Details und Fristen finden Sie auf der Website Ihrer kantonalen Steuerverwaltung.

Wann reicht die kostenlose kantonale Software nicht mehr aus?

Bei mehreren Kantonen gleichzeitig, komplexen Vermögensverhältnissen, Selbstständigkeit oder internationalen Bezügen stossen die kostenlosen Tools an Grenzen. Dann lohnt sich der Blick auf kommerzielle Software oder einen Treuhänder.

Fazit: Zuerst das Gratis-Angebot des eigenen Kantons prüfen

Für die grosse Mehrheit der Schweizer Steuerpflichtigen mit einfachen bis mittleren Verhältnissen ist das kostenlose Tool des eigenen Kantons der richtige Startpunkt – sei es ZHprivateTax, TaxMe, VaudTax, GeTax, BalTax Online oder eine der eTax-Varianten. Erst wenn Ihre Situation komplexer wird oder Sie mehr Komfort und Optimierungshilfe wünschen, lohnt sich der Umstieg auf kommerzielle Software oder professionelle Unterstützung.

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Offizielle Quellen

Häufig gestellte Fragen

Bieten alle Schweizer Kantone eine kostenlose Steuersoftware an?
Praktisch alle 26 Kantone stellen ein offizielles, kostenloses Online-Tool zur Verfügung. Name, Funktionsumfang und Login-Verfahren unterscheiden sich jedoch stark von Kanton zu Kanton.
Brauche ich für die kantonalen Steuertools einen speziellen Login?
Viele Kantone sind in den letzten Jahren auf den einheitlichen Bundes-Login AGOV umgestiegen, darunter Zürich, Bern und Basel-Stadt. Details und Fristen finden Sie auf der Website Ihrer kantonalen Steuerverwaltung.
Wann reicht die kostenlose kantonale Software nicht mehr aus?
Bei mehreren Kantonen gleichzeitig, komplexen Vermögensverhältnissen, Selbstständigkeit oder internationalen Bezügen stossen die kostenlosen Tools an Grenzen. Dann lohnt sich der Blick auf kommerzielle Software oder einen Treuhänder.
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